7. Nov, 2018

Text

Der Himmel war  um 8.00 Uhr noch verhangen, als ich die tapfere Dieselziege aus dem Stall hole. Sie stand heute in Budweis in einem gesicherten Innenhof und es hat Spaß gemacht, sie morgens zu zünden!
Es stehen heute 375 km bis Bamberg nur auf Land -oder Kreisstraßen an. In Tschechien sehen die Straßen dann allerdings anders aus. Aber für die Dieselziege ist das kein Problem. Sie steckt auch mal große Schlaglöcher weg und bleibt beherrschbar dabei. Es liegt auch am Gesamtgewicht der Fuhre - mit einer aufgerödelten GS kommt da fast eine halbe Tonne zusammen ( mit mir als Fahrer :-)
Mit schönem Schwung geht es auf und ab durch die hügelige Landschaft. Einmal waren wir gegen 1000 Höhenmeter hoch und Nebel hat die Sache ziemlich kalt gemacht. Im Grunde war das Wetter für November aber gut und teils kam auch die Sonne raus.
Durch zwei Umleitungen nach Vollsperrung habe ich das Heft des Handelns ergriffen und einen Waldweg als Abkürzung ausgewählt. Eine wunderschöne Fahrt über Schotter durch unberührte  Natur- und dann -  Ende Gelände ! Es war ein Waldwirtschaftsweg, der als Sackgasse endet. Auf dem selben Weg zurück war es nicht mehr ganz so schön und eine Stunde war auch weg. Als Alleinfahrer kann ich mir das leisten, denn das Gebrummel aus dem Helm hört ja keiner!
Das Hotel in Bamberg kenne ich schon und schnell habe ich alles abgerödelt, geduscht und ab in die Stadt. Es ist immer noch erstaunlich mild und die Menschen sitzen draußen und genießen die letzten Sonnenstrahlen. Mein Ziel ist der Dominikanerhof. Hier gibt es das originale Schlenkerla Rauchbier. Noch aus Holzfässern ausgeschenkt ist diese Gastronomie einen Besuch wert. Bei Schäufele mit Kraut und Kloß lasse ich es mir gut gehen. Auf der anderen Straßenseite werden gerade die Weihnachtsbäume aufgestellt und der Glühweinvorrat ausgeladen. Verrückte Welt !
Meine Reise neigt sich schon wieder dem Ende zu und morgen werde ich nach ca. 325 km in Goslar eine letzte Nacht verbringen, bevor ich wieder zu Hause bin und die beste Ehefrau der Welt umarmen kann. Ihr gilt auch ein besonderer Dank! Denn durch diese Toleranz kann ich meine eigenen Reiseabenteuer erleben. Danke und Küsschen!