26. Jul, 2017

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trotz Regen und der ungewöhnlichen Schlafstätte, haben wir gute 5 Stunden geschlafen. Wir packen die wenigen Sachen zusammen und fahren in Regenzeug zur Fähre, weil wir nicht wissen, wie lange wir dort im Regen stehen müssen.
Am Check- in Schalter  geht es dann aber zügig voran. Wir werden auf die Fähre begleitet. Eine nette Norwegerin fährt mit ihrem Fahrad voraus über das große Gelände zur Fjord-Line Fähre. Im Bauch der Fähre müssen wir die Motorräder wieder selbst verlaschen und können dann im Fahrgastraum unsere gemütlichen Ruhesessel aussuchen.
Die Überfahrt verläuft ruhig. Auch wir sind ungewöhnlich ruhig und jeder hängt seinen Gedanken nach. Das ist der Abschied von Norwegen mit vielen Erlebnissen in unglaublicher Landschaft. In Südnorwegen haben wir einige Sehenswürdigkeiten wie die Stabkirchen, den Predigerstuhl und auch die Atlantikroute ausgelassen und da bietet es sich ja an, irgendwann dieses schöne Land erneut zu besuchen.
Das Wetter hat keine Gnade mit uns. Wir durchfahren Dänemark in einem Rutsch. Meine Diesel wittert den Stallgeruch und so kann ich viele Wohnmobile und LKW auf der glatten Autobahn im Ansauge-Modus überholen.
In der Nähe des Nordkaps habe ich eines Abends das Getuschel der angeleinten Dieselziege, den Gummikühen und den rassigen italienischen Rennstradas belauscht. Sie haben die kleine Diesel in ihre Mitte genommen und gebannt ihren Erzählungen gelauscht. Am nächsten Morgen fuhr sie mit lautem Klopfen stolz vom Platz .
Das Nordkap war geplant, aber der Weg ist das Ziel! Ich kann nur jedem raten, einmal im Leben diese außergewöhnliche Landschaft zu besuchen. Und ja, es geht auch mit 11 Diesel PS. Es braucht keine hochgerüstete Reiseenduro um auf diese Reise zu gehen. Jedes Serienmotorrad kann nach entsprechender Vorbereitung diese Tour bewältigen.
In den Rubriken Motorrad und Ausstattung werde ich in den nächsten Wochen noch die gesammelten Erkenntnisse beschreiben. Da die Diesel ihren Beinamen "Rüttelplatte" alle Ehre erwiesen hat, kommen dort auch einige erstaunliche Begebenheiten zu Tage. Allen Interessierten biete ich natührlich gerne meine Hilfe bei Planungen zu einer Nordkapreise an. Es gibt ja immer einige Fehler, die nicht unbedingt wiederholt werden müssen.
Unseren Abschluß der Reise finden wir in Flensburg. Wir buchen uns um 14.00 Uhr in einem Hotel im Zentrum mit Tiefgarage ein, nehmen nur die nötigsten Sachen vom Motorrad und nach ausgiebiger Körperpflege geht es in den finalen Abend unserer Reise.
Es muß das Brauhaus sein ! Bei moderaten Preisen   geben wir uns der Speisekarte hin. Taigamän bestellt keinen Tomatensalat und so verzichte ich auch auf diese gewohnte Beilage. Wir lassen es uns gutgehen und gehen noch ein wenig in der Innenstadt bummeln. Flensburg ist eine Uni-Stadt und profitiert ausserdem vom regen Besuch der dänischen Bevölkerung. Entsprechen hoch ist die Dichte der Restaurants und Straßencafes. Wir finden uns in "Ollis Weinbistro" wieder und runden den Abend mit einigen leckeren Gläsern Wein ab.
Morgen geht es auf die letzten 200 km nach Hause.