16. Jul, 2017

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Russens -Honningsvag- Nordkap-Hammerfest
Taigamän ist unser Wecker und um 7.00 geht der Packzirkus los! Es ist bedeckt, aber es regnet nicht. Heute ist Merino Unterwäsche angesagt, weil wir mit 3-4 Grad rechnen. Alles ist aufgerödelt und ich starte sie Diesel. Es braucht bei diesen Temparaturen schon 6-7 Schläge, bis sie Diesel annimmt. Die Hüttennachbarn sind wach und wir rollen vom Platz.
Es folgt eine Fahrt an den Fjorden entlang in Richtung Nordkap. Diese 125 km sind eine Belohnung für die weite Anreise und wir geniessen bei trockenem Wetter die außergewöhnliche Kulisse.
Ein Ausblick ist schöner als der nächste und wir geben uns mit leichtem Schwung ganz der Strecke hin. Einige Tunnel sind gewöhnungsbedürftig aber der Mageroya-Tunnel mit seinen  7 km Länge und seinem starken Gefälle und natürlich auch Steigungen von 10 % verlangt meiner Diesel alles ab. Ich war im 2. Gang unterwegs, bis wir endlich aus dem Flaschenhals wieder das Tageslicht sehen konnten.
Durch diesen Tunnel ist die eigentliche Nordkapinsel ohne Fähre erreichbar. Es folgt eine super glatte Straße über ein Hochplateau, wo wir im Nebel nichts, ausser einige Schneefelder und die unermütlichen Fahrradfahrer mit Ihren Blinkies am Helm sehen können.
Wenn uns schon ein zweiter Gang und schlechte Sicht kümmert, was leisten denn dann diese Menschen, die sich zu Rad oder zu Fuß auf diese Tour begeben. Sie schlafen im Zelt an der Piste und müssen Ihre Nahrung für 250 km dabei haben.
Am Kap trifft man alle diese Menschen wieder im Mix mit Kreuzfahrern ( Busreisende ) Wohnmobil und PKW-Reisende und die Mototrad, Radfahrer und nicht zuletzt die Wanderer wieder. Es herrscht eine unglaubliche Stimmung von Zufriedenheit und Stolz, von Dankbarkeit und Ergebenheit an diesem Ort.
Nicht das Norkap macht die Faszination aus, sondern  die Menschen die es besuchen! Für uns war der Weg das Ziel und so werden wir mit der gleichen Freude und Tatendrang die nächsten Punkte ansteuern.
Einer von diesen Punkten ist die Stadt Hammerfest. Eine 85 km Sackgasse erschliesst uns eine tolle Landschaft und am Ende eine Stadt, die vom Ruhm der Walfänger und Robbenjäger heute noch zehren kann.
Wir finden eine freie Hütte auf dem örtlichen Campingplatz und schauen uns die Stadt mit ihrem dominanten Hafen an. Es werden noch zwei Mitglieder im renomierten Eisbärenclub von Hammerfest gesucht und so kommt es, dass wir die Sache unterstützend zum Mitglied werden. Wir müssen unseren Ehefrauen noch erklären, warum wir zur Generalversammlung im Jannuar eines jeden Jahres unbedingt erscheinen müssen.
Ein erlebnisreicher Tag wird mit eine würdigen Nordkap-Gedächnismenue beschlossen und so kommt es, dass ich diese Zeilen erst später zur Datei bringe.