13. Jul, 2017

Text

nana über Iford nach Russens
im strömenden Regen packen wir gegen 7.00 Uhr unsere Motorräder. Wir packen noch in unseren Ausgehklamotten, und so kommt es , dass wir schon vor der Abfahrt komplett durch sind! Die eine Kiste will nicht den kleinen Berg hoch fahren, die nächste schlingert mit zuviel Kraft über die überflutete Wiese.
Ich muß nur noch den Schlüssel  am Rezeptionshaus abgeben und parke die Diesel mit laufenden Motor auf einer vermeintlichen Asphaltfläche.
Weit gefehlt, die Diesel hat sich locker eingerüttelt und auf den letzten Metern vom Briekasten zurück sah ich sie nur noch fallen!
Bernd Tesch hat nicht zuviel versprochen, die Koffer haben den Sturz abgefangen und nach dem Aufrichten geht die Reise los nach Russens.
Eine grandiose Landschaft erwartet uns. Ich kann noch nicht genau sagen was überwiegt, aber wir sind über 200 km in einer Küstenregion unterwegs wo es kaum eine Ansiedelung gibt.Es ist eine Mischung aus Tatendrang und Hinnahme der Gegebenheiten.
Im Gedanken sind wir immer auch bei Taigermän, weil seine Tiger unbedingt Benzin braucht. Erst wenn wir diese Aufgabe gelöst haben, können wir diese Landschaft trotz kalter Füße und klammen Händen genießen.
Wir haben noch Benzin für 45 km und die Tankstelle hatte einen Ausfall in der Internetverbindung. Unsere Visa-Karten können nicht gelesen werden und die nächste Tankstelle ist 90 km entfernt.
Wir machen nur ein oder zwei Fotos, weil es einfach im Regen nicht schockt, den Fotoapparat aus dem Tankrucksack zu fusseln und vorher alle vier Handschuhe auszuziehen, um dann mit klammen Fingern zweimal auf dem falschen Knopf zu drücken.
Wir hoffen auf Nachsicht, aber in unseren Köpfen ist dieser Reiseabschnitt fest verankert.
Es folgt eine Landschaft die sich in Schneefeldern, Wasserfällen und Seen die noch mit Eis bedeckt sind abwechseln. Je länger die Fahrt andauert, um so mehr überwiegen die Naturgewalten in denen wir uns bewegen. Hier ist ein einzelner Mensch nichts- eine kleine Maus ohne Fell -
Ich liebe meine Diesel - sie hat mich nach Oldersfjord gebracht, wo wir eine gemütliche Hütte buchen konnten, um alle nassen Sachen wenigstens halbwegs trocknen zu können-.
Als Belohnung für diesen unglaublichen Tag, haben wir uns ein Rentiersteak und eine Flasche Rotwein gegönnt. Das eine ist Allzeit gegenwärtig, dass andere will verhandelt werden!
Das Kap ist nun noch ca. 120 km entfernt und wir werden uns in den frühen Morgenstunden auf den Weg machen.